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Piano Counterpart
Piano Counterpart ist eine Rhapsodie. Das Klavier wird scheinbar ziellos angeschlagen, so wie
ein Kind neugierig auf ein fremdes Objekt schlägt, und dann konzentriert hört auf das, was da zurück klingt.
In Piano Counterpart erklingen jedoch nicht nur einzelne Töne, sondern ganze Brocken musikalischer Sprache.
Quasi der Verlängerung der Klaviersaiten in die Geschichtlichkeit von Klang wird nachgehört, in die Überlagerungen
des Klanges mit Schicht um Schicht von musikalischer Bedeutung. Piano Counterpart schlägt diese Schichten an, lässt
sie klingen, und trägt sie zugleich ab.
Durch Reduktion der musikalischen Sprachfetzen hin zu einzelnen immer
schneller gespielten Tönen, durch das leiser und leiser werden des Anschlags stehen die Klaviersaiten in ihrer Klangeigenschaft
selbst mehr und mehr im Fokus. Werden die Töne erst ganz mechanisch der Chromatik der Tastatur folgend verbunden, so
lockert sich der Zusammenhang der musikalischern Ereignisse zunehmend wieder: Wie beim Spiel mit den musikalischen Sprachbrocken
zu beginn werden Verbindungen zwischen den Klängen und Figuren nun aus dem Moment heraus geknüpft und wieder aufgeknüpft,
bis das Klavier fast so rhapsodisch spricht, wie es zu beginn von Piano Counterpart angeschlagen wurde. (Hans Thomalla,
2008)
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